«Mächtiger als Waffen» – OLaLa 2017

Schmiede? Bader? Weber? Richtig, es ist hier nicht vom Jahr 2017 die Rede, sondern vom Dorf Bremgarten im 16. Jahrhundert. Im Oberlandlager 2017 in Hüntwangen ZH durften 700 Cevianerinnen und Cevianer, gross und klein, die Anfänge der Schweizer Reformation mit Heinrich Bullinger miterleben – passend zum diesjährigen 500-Jahre-Jubiläum. Die Geschichte zeigt, dass Veränderungen auch ohne Einsatz von Waffen möglich sind. Auch der Cevi Wetzikon war dabei.

30 Ceviannerinnen und Cevianer aus Wetzikon durften in der vierten Sommerferienwoche den Cevi Wetzikon im Oberlandlager vertreten, wo sie Teil einer Premiere werden durften: Es war die erste gemeinsame Lagerwoche der 20 Cevi-Abteilungen des Zürcher Oberlandes.

Das Lagergelände befand sich in Hüntwangen, Kanton Zürich, nahe der Grenze zu Deutschland. Zahlreiche Zelte füllten die leeren Plätze zwischen grossen Blachendach-Zelten, sogenannten Sarasanis, die als Aufenthaltsorte dienten. Das bei weitem grösste Zelt, das „Münster“ war aus rund 500 Militärblachen zusammengeknüpft worden und ragte fast 12 Meter in die Höhe.

Das Münster stellte das Zentrum der Lagergesellschaft dar: Hier wurde zusammen mit der Live-Band gesungen, hier fanden die Rollenspiele statt, welche die Teilnehmenden erfolgreich durch die Reformationsgeschichte führten. Die Geschichte um Heinrich Bullinger zeigt, dass Veränderungen auch ohne Einsatz von Waffen möglich sind. Jeden Abend trafen sich die knapp 700 Teilnehmenden auf dem Münsterplatz, um mit Gesang den Tag abzuschliessen. An zwei Abenden musste der Tagesschluss wegen zu starken Regens im Münster durchgeführt werden.

Neben dem Tagesschluss gab es einen anderen Programmpunkt, auf den sich die Teilnehmenden jeden freuten: Am „Stadtleben“ bot jede Ortsgruppe während 45 Minuten zwei bis drei Attraktionen an, die zu der zugeteilten Berufsgruppe passen musste. Der Cevi Wetzikon trat als Bader auf und unterhielt die anderen Abteilungen mit einer Sauna, der Besichtigung des Aussichtsturms und der „Soap Arena“, einer nassen Plastikplane, auf welcher Flüssigseife verteilt und dann Unihockey und Fussball gespielt wurde.

Sport war auch in den restlichen Programmblöcken ein wichtiges Element, egal ob man zusammen mit Henry Bullinger auf einer Tageswanderung nach Bern reiste oder sich im „Soldatentraining“ auf den Kampf gegen die Innerschweizer Katholiken vorbereiten musste. In anderen Programmblöcken wurden die Teilnehmenden in den verschiedenen Wissensbereichen des Cevi ausgebildet, wie zum Beispiel in Erster Hilfe, Orientieren oder Übermitteln. Für den Auf- und Abbau des Camps war auch die Pioniertechnik von grosser Bedeutung.

Nachdem das Regenwetter am Freitagabend für die Woche endgültig vorüber war, konnte am Samstagmorgen das Wetziker Camp ohne grosse Probleme abgebrochen werden. Leider war auch diese legendäre Woche nach sieben Tagen zu Ende. Eine hervorragend organisierte Woche, die dank wunderbarem Essen und unvergesslichen Erlebnissen allen in Erinnerung bleiben wird.

 

Text: Jan Reinhardt v/o Gaucho